Corona-Krise: Was Gastronomie-Betreiber und -Mitarbeiter jetzt konkret tun können

Praktische Tipps für Restaurant-Betreiber in Zeiten von Covid-19 und danach.

Klaus Preisner
March 30, 2020

Die Corona-Krise trifft die Gastronomie sehr hart - und zwar uns alle. Vom Produzenten, über Lieferanten bis zum Konsumenten. Dazu Softwareanbieter, Texter, Reinigungskräfte und und und. Lasst uns einander helfen. Wir -  das aleno-Team, Freunde und Partner - möchten dich und dein Restaurant unterstützen, damit aus dem Lockdown kein Knockdown wird.   

 

Nachfolgend ein paar Tipps, wie du jetzt ganz konkret aktiv werden kannst. Hierbei sehen wir vor allem vier Themenfeldern, in denen Handlungsmöglichkeiten bestehen: 

Wir haben geeignete und bewährte Massnahmen zusammengetragen, die meist ohne grossen Aufwand umgesetzt werden können. Sie helfen dir, die Krise so unbeschadet wie möglich zu überstehen und dann mit viel Schub wieder abzuheben. 

 

Kommunikation mit den Gästen

Derzeit gibt es viel zu kommunizieren: Bis wann das Restaurant voraussichtlich geschlossen ist, ob es dann geänderte Öffnungszeiten gibt, welche Veranstaltungen abgesagt sind. Aber auch Hinweise auf neue Angebote, wie z.B. dass du jetzt  Take-Away anbietest, du Gutscheine für dein Restaurant verkaufst und Ähnliches.

 

Für die Kommunikation stehen dir unzählige Kanäle offen. Zum Beispiel Facebook, Instagram, Newsletter, SMS etc. Da nicht alle Gäste über einen Kanal erreichbar sind, solltest du immer die für dich wichtigsten identifizieren und nutzen.

 

Facebook/Instagram

Am einfachsten informierst du deine Community über Facebook/Instagram. Nur mit FB & Co wirst du nicht deine gesamte Community erreichen. Zum einen haben nicht alle Gäste entsprechende Accounts. Zum anderen zeigt der FB-Algorithmus deine Messages nur dann bevorzugt an, wenn du bereits mit deinen Gäste rege interagierst. Wie du die organische Reichweite für deine Facebook-Posts deutlich steigern kannst, erfährst du hier. Ausserdem hier eine sehr gute Anleitung, wie du echte Hingucker-Bilder von deinem Restaurant und vom Essen zaubern kannst für Facebook, Instagram & Co.

 

Newsletter

Neben Facebook/Instagram solltest du den guten alten Newsletter nutzen. In der Corona-Krise erreichst du mit dem Newsletter nicht nur jene, die ihn sowieso lesen (dein Newsletter-System zeigt dir die Öffnungsrate an) - sondern nach unseren ersten Erfahrungen sogar deutlich mehr Personen. Und denk dran: Datenschutzverordnungen nicht vergessen!

 

SMS

Wenn du insbesondere die Telefonnummer deiner Gäste erfasst und im Reservierungssystem mehr Telefonnummern als E-Mail Adressen bzw. von einigen Gästen nur die Telefonnummer gespeichert hast, dann solltest du unbedingt auch über SMS kommunizieren. Hier erfährst du, wie SMS-Marketing für Restaurants ganz einfach umsetzen kannst.

 
Video-Anleitung ansehen
 

 

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Kosten senken

In der Corona-Krise mit drastischen Umsatzeinbussen werden die fixen Kosten zum grössten Problem. Namentlich: Personal, Miete, Lager. Mit den folgenden Massnahmen kannst du sie senken.

 

Personal

Fest angestelltes Personal muss auch dann entlohnt werden, wenn keine oder nicht genug Arbeit anfällt. Allerdings kann Kurzarbeit bei den jeweils zuständigen Behörden beantragt werden. Fast alle europäischen Länder haben im Zuge der Corona-Krise bereits milliardenschwere Programme dafür initiiert (wer Kurzarbeit beantragen kann und wie es geht, dafür haben wir für den DACH-Raum eine ganze Liste an nützlichen Links erstellt). Ein wesentlicher Teil der Lohnkosten wir dann vom Staat erstattet. Mit Kurzarbeit kannst du deine Personalkosten also erheblich senken. Zudem solltest du Kontakt mit deiner Versicherung aufnehmen. Einige Versicherung schliessen Epidemien als Versicherungsfall ein. Die Versicherung kommt dann ganz oder teilweise für z.B. Ertrags- und Produktionsausfälle sowie Lohnkosten auf.

 

Miete

In guten Zeiten machen die Mietkosten in rentablen Betrieben keine 10% des Umsatzes aus. Doch ohne Einnahmen sind mehrere Tausend Euro oder Franken pro Monat definitiv existestenzgefährdend. Insbesondere wenn der Mietzins keine variable Umsatzkomponente enthält, solltest du bei der Immobilienverwaltung bzw. dem Vermieter nachfragen, ob er für die Zeit der Restaurantschliessung einen Nachlass gibt. Oder womöglich sogar ganz auf die Miete verzichtet. Viele Immobilienbesitzer zeigen Verständnis und wollen ihre Mieter langfristig halten. Zudem werden auf allen politischen Ebenen Hilfspakete zur Erhaltung der Liquidität von Betrieben geschnürt. Hier findest du praktische Infos zur Beantragung von staatlichen Hilfsgeldern: Mehr erfahren. 

 

Lager/Vorrat

Dann bleibt noch euer Vorrat. Zunächst solltest du die verderblichen Waren verarbeiten oder veräussern. Gerade jetzt, wo etwas Zeit ist, können auch neue Rezepte ausprobiert oder mit Haltbarmachung experimentiert werden: Fermentieren, einlegen, einkochen, trocknen usw. Und sowieso gilt gerade jetzt: aneinander denken. An deine Mitarbeiter, die Produzenten, KollegenInnen - wielleicht kann ja jemand Teile deines Lagerbestands verwerten - zum Beispiel Tafeln oder andere Organisationen, die Essen verteilen. Alles ist besser als verderb lassen oder wegzuwerfen. 

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Neue Einnahmequellen erschliessen

In den meisten Ländern sind Restaurant und Bars derzeit geschlossen, Versammlung sind nicht erlaubt, Veranstaltungen auch nicht. Das heisst aber nicht, dass du mit deinem Restaurant keinen Umsatz erzielen kannst.

 

Delivery:

Einige Gastronomen haben bereits vor Corona auf Delivery gesetzt. Andere fangen jetzt damit an. Im Grunde genommen brauchst du nur ein paar transportable Gerichte, Verpackung, einen Eintrag auf einem Portal wie eat.ch, ubereats und Werbung für die ganze Sache (siehe oben). Bedenke allerdings, dass du nicht nur mit den etablierten Platzhirschen konkurrierst, sondern auch mit anderen Gastronomen*innen, die sich in der gleichen Lage wie du befinden. 

 

In Frage kommt auch direct delivery. Viele Angestellte sind ja jetzt im Home Office, Eltern mit Kindern zuhause. Hier könntest du sogar ein Wochenmenü planen und bewerben. So kannst du alle zuhause gebliebenen Angestellten, Eltern und Kinder vom Kochen entlasten und Gesundes auf derern Tische bringen. 

 

Gutscheine/Voucher

Über den Verkauf von Gutscheinen kannst du mit minimalem Aufwand schnell etwas Umsatz erzielen, um so zumindest teilweise die laufenden Kosten decken. Gutscheine für Restaurants wirken wie ein kleiner Überbrückungskredit. Das wissen auch deine Gäste - und das Modell funktioniert deshalb umso besser, je treuer und grösser deine Community ist.

 

Übrigens kannst du die Gutschein-Bestellfunktion auch direkt über TripAdvisor vermarkten. Die Bewertungs-Plattform hat im Zuge der Corona-Krise am 28. März 2020 eine entsprechende Funktion aufgeschalten. In einem Newsletter an Restaurants heisst es zur Geschenkkarten-Möglichkeit: "Geben Sie einfach die URL ein, unter der Ihre Geschenkkarten käuflich erworben werden können. Diese wird dann auf Ihrer Eintragsseite als Link angezeigt. Nachdem der Link hinzugefügt wurde, werden Restaurants mit Geschenkkarten über all unsere Kanäle beworben – eine optimale Chance für Sie, wahrgenommen zu werden."

 

Wie du Gutscheine/Geschenkkarten direkt über aleno anbieten kannst, zeigen wir dir hier: 

 
Gutscheinsystem einsetzen
 
 
 

TakeOuts oder Restaurant-as-a-Shop: 

Auch eine Option! Wenn du die Hyghienemassnahmen und Social Distancing einhalten kannst, dann stehen einem TakeOut und einem Verkauf von Lebensmitteln aus deinem Restaurant heraus nichts im Weg.  Ob Delivery oder TakeOut - du solltest dein Angebot bei deinen Kunden sowie auf diversen Plattformen bekannt machen, so dass deine Gäste und die Menschen im Quartier davon wissen. z.B. auf:

https://la-resistance.ch/
https://lockdown-gourmet.ch/
https://belocalhero.com/de/intro
https://www.google.com/business

Für den TakeOut gilt allerdings: Bei Ausgangssperre könnte dein Aufwand umsonst gewesen sein. 

 

Branding: 

Vermarkte deine Gerichte, dein Brand und dein Wissen. Stelle Bilder von deinen Gerichten oder Rezepte online, bereichere deine Community mit deinem Wissen - und warum nicht eine kleine Kochsendung in Eigenregie aufzusetzen? 

Hier ein tolles Tutorial von Per Kasch, wie du deine Gerichte optimal fotografieren und in Szene setzen kannst: https://perkasch.com/phototutorial_for_gastro 

 

Bereit zum Neustart?

Wappne dich jetzt für die Zukunft -  denn nach der Krise kommt der Boom! Mach dir deshalb Gedanken über dein Angebot, deine Gäste, deine Webpage, deine administrativen  Abläufe und Prozesse. Bist du bereit für die Zukunft? Setzt du die richtigen Tools ein, um später mehr Gäste und auch Zeit für sie zu haben? Nutze die Zeit und stelle alles auf den Prüfstand. 

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Solidarität in der Gastronomie

Das waren einige Vorschläge - viel  Holz, viel zu tun. Wenn du Fragen hast, sprich einfach mit uns (im Online-Chat, oder vereinbare hier einen persönlichen Termin für einen Video-Call mit jemandem vom aleno-Team).Auch wenn es nicht um unser Reservierungssystem geht. Wir leben Gastronomie, haben viele Partner und Kunden, bringen dich gerne mit den richtigen Menschen zusammen - aus der ganzen Wertschöpfung der Gastronomie, vom Landwirt bis zum Gast. Zusammen schaffen wir es.

  

In unserer Community kannst du ganz einfach Fragen stellen. Wir, unsere Partner und unsere Kunden antworten dir gerne und helfen dir, kreative Lösungen umzusetzen.  Ein Beispiel sind die zahlreichen Gutschein-Aktionen in der Schweiz, Österreich und Deutschland - viele Gäste wollen helfen, lass dir helfen!

 

Und helft euch selbst! Nicht nur den Restaurants geht es schlecht, auch den Lieferanten, auch den Produzenten. Haltet zusammen, seid zusammen kreativ! Jetzt sind Ideen gefragt, die nicht nur jetzt über die Runden helfen, sondern weit über die Krise hinaus Erfolg bringen können.

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nach der Krise noch viel besser!

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